Millet: eine hundertjährige Familiengeschichte
Ursprünglich: Leinensäcke im Herzen der Alpen
Aus dem Einfallsreichtum von Marc und der Entschlossenheit von Hermance entstand 1921 das Haus Millet. Alles begann mit der Herstellung von Einkaufstaschen und Tragetaschen in ihrem kleinen Lebensmittelgeschäft in Saint-Fons, in der Nähe von Lyon. Schon bald wurde die Produktpalette erweitert und der Kundenstamm vergrößerte sich.
Das Ehepaar Millet stammt aus Deux-Savoie und zog 1929 nach Annecy, wo die frische Luft Marcs angeschlagener Gesundheit zugute kam. Dieser Umzug sollte für die Zukunft der Marke entscheidend sein.
Manet, das Aushängeschild der Millet Geschichte
Nach dem Tod von Marc im Jahre 1937 übernahm Hermance – genannt “Manet” – zusammen mit ihren beiden Söhnen René und Raymond die Leitung des Unternehmens. In einer Zeit, in der es Frauen gesetzlich nicht erlaubt war, ein Unternehmen zu leiten, setzte sie ihre Autorität durch und sicherte die Kontinuität des Familienunternehmens.
Alle drei zusammen entwickelten Ski-, Strand- und Fahrradtaschen und reagierten damit auf den Aufschwung der Freizeit dank des bezahlten Urlaubs. Manet verkörpert die Widerstandsfähigkeit und die Stärke der Frauen in einer Männerindustrie.


Die Brüder Millet und die Entwicklung des Unternehmens
1942 baute die Familie ein Fabrikhaus in der Avenue de Chambéry in Annecy: eine Vision von “Familie und Unternehmen”, die untrennbar miteinander verbunden sind. In dieser Werkstatt wuchs Millet heran und zog berühmte Bergsteiger wie Messner, Bonatti oder Desmaison an.
Die Komplementarität von René und Raymond, ihre Brüderlichkeit und ihre Leidenschaft für die Berge ließen das Unternehmen gedeihen, das in den 1960er Jahren nach Japan und Deutschland exportiert wurde.
Eine französische Bergmarke
1960 spezialisierte sich Millet auf Bergsteigerrucksäcke. Louis Lachenal trug zu den ersten Prototypen bei, gefolgt von Walter Bonatti, dem offiziellen technischen Berater. Reinhold Messner entwickelt die Everest Gtx 3L Jacke, deren ikonisches Blau ein starkes Symbol bleibt.
Das Unternehmen bekräftigt damit seine Berg-DNA und seine Rolle an der Seite der größten Bergsteiger.
Zurück in den Schoß der Familie
1980 gingen die Brüder Millet in den Ruhestand und verkauften das Unternehmen. Jean-Pierre Millet, der Sohn von Raymond, hatte jedoch immer noch den Traum, die Marke wieder in den Besitz der Familie zu bringen. Nach mehreren Versuchen gelang es ihm 2021, Millet zu kaufen, genau 100 Jahre nach der Gründung.
Sein Neffe Romain Millet übernahm die Leitung des Unternehmens in der vierten Generation der Familie.
Ein hundertjähriges Jubiläum mit Blick auf die Zukunft
Im Jahr 2021 schließt sich der Kreis: Millet kehrt in den Schoß der Familie zurück. Die in Annecy ansässige Marke setzt ihr Erbe fort, indem sie mit einer neuen Generation von Bergsteigern wie Charles Dubouloz, Symon Welfringer oder Emily Harrop zusammenarbeitet und sich dabei auf ein Jahrhundert an Know-how stützt.

Millet ist nicht nur eine Marke für Bergsteigerausrüstung, sondern auch eine Familiengeschichte, eine von Generation zu Generation weitergegebene Leidenschaft und ein lebendiges Erbe, das weiterhin die Bergsteiger von gestern, heute und morgen inspiriert.
